M-Kid

"Interaktionsqualität zwischen Müttern und Säuglingen"

Partner: Hanse Wissenschaftskolleg, Klinikum Delmenhorst, Universität Bremen

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Ziele

Ziel der M-Kid Studie ist es, mehr über das besondere Verhältnis zwischen Müttern und ihren Säuglingen im ersten Lebensjahr zu erfahren. Zu diesem Zweck wird eine Vielzahl psychologischer, psychosozialer, physiologischer und medizinischer Daten in Beziehung gesetzt, wobei die Interaktionsqualität zwischen Mutter und Kind fokussiert und in Zusammenhang mit der körperlichen und emotionalen Entwicklung sowie möglichen klinischen Diagnosen des Kindes im ersten Lebensjahr gebracht wird. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, ob sich bestimmte Risiko- bzw. Schutzfaktoren ausmachen lassen, die sich auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Durchführung

Während der Einfluss verschiedener mütterlicher und kindlicher Faktoren auf die Interaktionsqualität bereits in mehreren Studien untersucht wurde (Heck & Walsh, 2000; Loeber, Green, & Lahey, 2003; Maugham & Rutter, 2001; Moffitt, Caspi, Harrington, & Milne, 2002; Papoušek & von Hofacker, 2004; Pfeiffer, Wetzels, & Enzmann, 1999) sich soweit bekannt lediglich eine finnische Studie (Mantymaa et al., 2003), in welcher die Interaktionsqualität mit klinischen Diagnosen wie psychosomatischen Krankheiten des Kindes in Verbindung gebracht wurde. Mantymaa und Mitarbeiter untersuchten 120 Mutter-Kind-Dyaden. Die Interaktionsqualität zwischen Mutter und Kind wurde erhoben, als die Kinder zwischen acht und elf Wochen alt waren. Nach zwei Jahren erfolge ein Follow-Up, bei welchem die körperliche Gesundheit der Kinder dokumentiert wurde. Die Forscher konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen mangelhafter Interaktionsqualität und Krankheitshäufigkeit des Kindes feststellen. Rahmenbedingungen wie demografische oder sozioökonomische Einflüsse oder auch die Entwicklung der Interaktionsqualität wurden dabei kaum untersucht. An diesem Punkt setzt die M-KID-Studie an. Untersucht werden soll, ob sich die Entwicklung der Qualität der Mutter-Kind-Interaktion und auch individuelle Faktoren der Mutter und des Kindes auf die Häufigkeit und die Art klinischer Diagnosen auswirken und ob diese durch demografische oder sozioökonomische Faktoren moderierend oder mediierend beeinflusst werden. Ein längsschnittliches Vorgehen erlaubt es, mögliche Vorläufer für eventuelle physische oder psychologische Entwicklungsstörungen auszumachen. Hierbei wurden Familien von der Geburt des ersten Kindes bis zu dessen ersten Geburtstag insgesamt fünfmal zu Untersuchungen eingeladen. Die Erhebungen fanden in einem Abstand von jeweils drei Monaten statt.


Stichprobe
Der Zugang zur Stichprobe der M-KID-Studie wurde durch die Zusammenarbeit mit zwei Delmenhorster Geburtsstationen ermöglicht. Dort wurden die Mütter kurz nach der Geburt ihres Kindes von zwei Mitarbeiterinnen angesprochen und über die Studie informiert. Insgesamt konnten 54 Mutter-Kind-Paare gewonnen werden, die folgende Kriterien erfüllten:

 

  • Erstgeburt

  • Gute postnatale Adaption des Kindes (Apgar-Wert mindestens 7)

  • Geburt zwischen 15.10.2007 und 15.02.2008

  • Geburt auf einer der beiden beteiligten Entbindungsstationen (St. Josef-Stift und Städtische Kliniken Delmenhorst)

  • Gutes Verständnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift der Mutter (für die Untersuchungen wurden nur Instrumente in deutscher Übersetzung verwendet)


Die Stichprobe stellt eine ad hoc Stichprobe dar, wobei 64% aller Erstgebärenden im Erhebungszeitraum in die Studie eingeschlossen werden konnten.

Das Alter der Mütter lag zum ersten Messzeitpunkt zwischen 19 und 41 (MW=29). 96% befanden sich zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes in einer festen Partnerschaft.

Um Anonymität zu gewährleisten, erhielt jede Familie einen zufälligen Probandencode, unter dem alle Daten einer Familie gespeichert wurden – so können die Daten einer Familie zwar miteinander in Verbindung gebracht, ein Zusammenhang zum Namen kann jedoch nicht hergestellt werden. Die Mütter wurden vor jeder Untersuchung wieder darauf hingewiesen, dass alle erhobenen Daten anonymisiert ausgewertet werden. Alle teilnehmenden Mütter unterzeichneten zu Beginn der Studie eine Einverständniserklärung, aus der unter anderem hervorging, dass die Teilnahme freiwillig erfolgt und jederzeit abgebrochen werden kann. Die Frauen gaben die erhobenen Daten mit ihrer Unterschrift zur wissenschaftlichen Auswertung frei.

Ergebnisse

Ziel der M-Kid Studie ist es, mehr über das besondere Verhältnis zwischen Müttern und ihren Säuglingen im ersten Lebensjahr zu erfahren. Zu diesem Zweck wird eine Vielzahl psychologischer, psychosozialer, physiologischer und medizinischer Daten in Beziehung gesetzt, wobei die Interaktionsqualität zwischen Mutter und Kind fokussiert und in Zusammenhang mit der körperlichen und emotionalen Entwicklung sowie möglichen klinischen Diagnosen des Kindes im ersten Lebensjahr gebracht wird. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, ob sich bestimmte Risiko- bzw. Schutzfaktoren ausmachen lassen, die sich auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Publikationen

Stumpe, A. (2010). Wertewelt Mutterschaft: Abgleich familienpolitischer Maßnahmen mit subjektiv empfundenen Bedürfnissen auf der Grundlage der Identitätsentwicklung von Erstmüttern. Diplomarbeit im Fachbereich 11 (Psychologie) der Universität Bremen.