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Kikuk

Projektlaufzeit

03/2013 - 09/2014

Partner

  • Escon (European Safe Community Network)

  • Landessparkasse zu Oldenburg

  • Hanse-Wissenschaftskolleg

  • Klinikum Delmenhorst

  • Safe Kids Community

  • Niedersächsisches Miniterium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

Abstract

Prävention von Unfallverletzungen, Erkennen und Verhindern von Vernachlässigung
und Gewalt in den Landkreisen, Diepholz, Oldenburg und Wesermarsch
sowie der Stadt Delmenhorst durch strukturierte zertifizierte Schulung und Weiterbildung
von ErzieherInnen in allen Tageseinrichtungen.

Motivation/ Ziele/ Hintergrund

Augangsthesen für das Projekt ergaben sich aus den früheren Erfahrungen anderer Projekte (> Safe Community, > Comenius) des DIG. Man ging davon aus, dass Verletzungen durch Unfälle und Gewalttaten eine der wichtigsten Gesundheitsrisiken im Kleinkindalter sind, gleichzeitig aber Interventionen sinnvoll und machbar sind. Hierbei können Erzieher*innen mit vertretbaren Aufwand eine Rolle als Multiplikator*in und Berater*in übernehmen.

Hieraus ergaben sich die folgenden Ziele:

  1. Weiterbildung der Erzieher*innen in Kitas zu Sicherheitsexpert*innen

  2. Ultimativ die Reduktion der Verletzungsrate um 20% (vgl. Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit
    (BAG) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums 2009) in den teilnehmenden Regionen

  3. Ausführliche Analyse der Netzwerke in Delmenhorst bezüglich Kindersicherheit (ergab sich im Laufe des Projekts)

Mehr Informationen im Projektantrag hier

 

Vorgehensweise

Teil 1: Weiterbildungen (09/2013 - 05/2014)

Die Weiterbildungen wurden in vier Regionen durchgeführt:

  • Landkreis Diepholz

  • Landkreis Oldenburg

  • Landkreis Wesermarsch

  • Stadt Delmenhorst

Weiterhin erfolgten die Weiterbildungen in drei Phasen:

  1. Basiscurriculum zum Erwerb der Grundlagen des Verletzungsgeschehens einschließlich Erster Hilfe und Brandschutz: 8 Unterichtseinheiten a' 45 Minuten

  2. Vertiefung / Wiederholung zusätzlich Kompetenzerwerb in Beratung, Kommunikation in und mit Familien und einfacher Diagnostik parallel zu anderen Kompetenzentwicklungen wie z.B. Sprache und Motorik: 8 Unterichtseinheits a' 45 Minuten

  3. Grundlagen vorausschauenden Verhaltens, Achtsamkeitstraining und Vertiefung von Beurteilungs-methoden zur seelisch emotionalen Entwicklung und Gesundheit auf salutogenetischer und Resilienz
    fördernder Basis. Aspekte der Bindungstheorie und Mentalisierung: 12 Unterichtseinheiten (verteilt auf zwei Tage) a' 45 Minuten

In Phase 1 und 2 gab es für jede Region eine extra Veranstaltung, die 3. Phase wurde zentralisiert für alle Regionen durchgeführt:

Teil 2: Netzwerkanalyse (01/2014 - 09/2014)

Im genannten Zeitraum wurden insgesamt 112 Interviews mit aktiven Akteuren im Bereich Kindersicherheit geführt.

Ausgangspunkt war ein Interview mit dem Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, in welchem er gebeten wurde, wichtige Akteure im Bereich Kindersicherheit zu benennen. Ähnlich einem Schneeballverfahren wurde den genannten Akteuren dann die gleiche Frage gestellt. Anschließend wurden mit den genannten Personen und Institutionen leitfadengestützte Interviews durchgeführt.

 

Ergebnisse

Teil 1: Weiterbildungen

Es konnten in neun Schulungen 300 Erzieher*innen und damit 1200 Familien erreicht werden.

Teil 2: Netzwerkanalyse

Es konnte ein Netzwerk mit 230 Netzwerkpartnern (davon 217 in Delmenhorst) erfasst werden. Ein Akteur des FD 31 Gesundheit hat die meisten, nämlich 49 Netzwerkpartner. Die wichtigsten Schnittstellen welche die anderen Akteure miteinander
auf dem kürzesten Weg verbinden sind jeweils ein Akteur des FD 23 Allgemeiner Sozialer Dienst, des FD 25 Jugendarbeit und Kindertagesbetreuung und des Klinikums Delmenhorst.
In Delmenhorst wird pro Woche mindestens 304 Stunden oder 2,8 Stunden pro Woche und Akteur für Kindersicherheit gearbeitet.

 

Der am besten vernetzte Aspekt von Kindersicherheit ist der Schutz des Kindeswohls. Eindrücklich ist hier der Vergleich zwischen Aufwand und Wirkungsgrad: Die aktiven Akteure im Bereich Kindeswohl stellen 21% aller erfassten Akteure dar und erreichen durch ihre Vernetzung 77% aller Knotenpunkte im Netzwerk.
Auch andere Aspekte wie Verkehrssicherheit oder Geräte- und Gebäudesicherheit sind stark vertreten. Insofern deckt die Kommune Bereiche der aktiven wie auch der passiven Kindersicherheit sehr gut ab.

Mehr Infos im Bericht der Netzwerkanalyse

 

Publikationen

Infomappe Kikuk

Bericht Netzwerkanalyse

Antrag/ Projektskizze